Nicht nur in der Musik ist die Stimme oftmals das Ausschlaggebendste. Auch bei der Herstellung von Erklärvideos spielt sie eine wesentliche Rolle. Die menschliche Stimme vermittelt Authentizität und Emotionen, sie begeistert und überzeugt – vorausgesetzt, sie passt. Und genau deshalb sollte man bei der Sprecher Auswahl besonders genau vorgehen. Wir klären auf, wie sich dabei Fehler vermeiden lassen und worauf es eigentlich beim Sprecher eines erfolgreichen Videos ankommt. Doch eines sei schon einmal vorweg genommen: Ein noch so gut produziertes Erklärvideo kann scheitern, wenn die Stimme des Sprechers nicht adäquat oder gar schlicht zu „schlecht“ ist.

Sprecher Auswahl: Die häufigsten Fehler im Überblick

  1. Wenn der Preis das wichtigste Auswahlkriterium ist
Portemonnaie

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Natürlich kann man argumentieren, dass eine Sprecherstimme doch keine Gesangsstimme sei und dass es doch nicht so schwer sein kann, eine Geschichte zu erzählen. Doch kann es. Beim Einsprechen eines Textes ist viel Erfahrung und Können notwendig. Dynamik, Betonung, Phrasierung und die Evokation von Emotionen müssen eingeübt sein, und das können nur Profis. Viele, die zum ersten Mal ein Erklärvideo produzieren lassen möchten, vernachlässigen diesen Punkt und orientieren sich nur an den Kosten. Sie möchten möglichst viel Geld einsparen und achten nicht darauf, den besten, anstatt den günstigsten Sprecher auszuwählen. Natürlich impliziert dies nicht, dass Sprecher, die weniger kosten als andere, automatisch schlechter sind. Vielmehr geht es darum, dass ein Sprecher am besten für ein bestimmtes Video geeignet sein muss. Kosten sollten somit zweit-, der Nutzen dagegen erstrangig sein.

  1. Wenn die Stimme nicht passt

Jedes Erklärvideo braucht den richtigen Sprecher. Häufig kommt es zu Fehlern, wenn das nicht gesehen wird, bzw. wenn es nicht Vorrang hat. So möchten manche zum Beispiel unbedingt einen „bekannten“ Sprecher engagieren oder umgekehrt, wie bereits erwähnt, Kosten einsparen. Diese Strategien sind jedoch von vornherein zum Scheitern verurteilt, da sie die Besonderheit eines jeden Erklärfilms unterlaufen. Es kommt darauf an, dass ein Sprecher den richtigen Charakter, die richtige Klangfarbe und das richtige Gefühl mitbringt, wenn ein Erklärvideo gelingen soll. Somit kann auch ein „bekannter“ und teurer Sprecher scheitern, wenn seine Stimme einfach nicht zum Stil des Videos oder zum präsentierten Inhalt passt.

  1. Wenn zu wenig Zeit eingeplant wird

Musiker kennen das: Man geht ins Tonstudio, um einigen neue Aufnahmen zu machen und plant eine bestimmte Zeit ein. Am Ende reicht diese meistens jedoch nicht aus. Man unterschätzt den Aufwand, den die Aufnahmen erfordern. Schließlich handelt es sich nicht um ein Live-Konzert, das eine gewisse Portion „Dreck“ ruhig verkraften kann. Im Studio muss jeder Ton sitzen, und das macht das Ganze so schwierig und langwierig. So ist es auch beim Vertonen von Erklärvideos. Wer hier zu wenig Zeit einplant, muss am Ende Kompromisse eingehen, die nicht zufriedenstellend sind. Im schlimmsten Fall schadet ein derart produziertes Video mehr, als das es nützt. Qualität braucht immer Zeit.

  1. Wenn der Sprecher nicht Muttersprachler ist

    Sprechblase

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Ohne diskriminierend daher kommen zu wollen, ist es bei der Vertonung von Erklärvideos sehr wichtig, sogenannte „Native Speaker“, also Muttersprachler einzusetzen – falls man nicht ausdrücklich einen bestimmten Akzent wünscht. Dies einfach deshalb, weil Muttersprache den besten Effekt beim Rezipienten erzielt, wobei es hier dann natürlich umgekehrt keinen Unterschied macht, ob jemand Muttersprachler ist oder nicht.

  1. Abnahme des Videos trotz Mängel bei der Vertonung

Bei der Abnahme eines fertiggestellten Erklärvideos ist es besonders wichtig, penibel auf die Details zu achten. Wer ein Video absegnet, ohne gründlich geprüft zu haben, ob nicht irgendwelche Hintergrundgeräusche, Knacken und Knattern des Mikrofons oder Undeutlichkeiten seitens des Sprechers zu vernehmen sind oder darauf schlicht keinen besonderen Wert legt, ist letztlich selbst schuld, wenn das Video scheitert. Natürlich liegt hier die Verantwortung größtenteils beim Produktionsteam, aber auch als Kunde sollte man hier buchstäblich die Ohren offen halten.