Jedes Projekt und überhaupt jedes Vorhaben braucht einen mehr oder weniger konkreten Plan. Beim Filmemachen bzw. bei der Videoherstellung ist dieser Plan ein sogenanntes Drehbuch. So auch bei der Produktion von Erklärvideos. Noch bevor es also an die grafische Umsetzung eines solchen Clips geht, gilt es ein klares Konzept auszuarbeiten, wie das Video genau umgesetzt werden soll. Es muss also ein Drehbuch geschrieben werden. Doch wie macht man das genau?

Das Drehbuch für einen Erklärfilm muss allen voran die zu transportierende Kernbotschaft, die Zielgruppe sowie das Design und die Vertonung, also den zugrunde liegenden Text, manifestieren. Für das Gelingen und den Erfolg eines Erklärvideos ist das Drehbuch folglich essentiell. Im Folgenden erteilen wir sieben Tipps, wie man zu einem guten, nein, hervorragenden Drehbuch gelangt.

30 Sekunden Anzeige

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1. In der Kürze liegt die Würze: Das Drehbuch sollte kein Roman sein

Auch wenn die Länge eines Videos natürlich immer von dem Inhalt abhängt, sollte die Maxime hinsichtlich der Konzeption des Drehbuchs immer lauten: In der Kürze liegt die Würze. Wenn Sie auf Messen ausstellen oder Vorträge und Präsentationen vor größerem (Fach-) Publikum halten, dürfen Sie ruhig etwas mehr Zeit einrechnen. Sech bis acht Minuten können hier den Zuschauern durchaus zugemutet werden. Dagegen ist im Online-Bereich eher eine Länge zwischen einer und drei Minuten zu empfehlen. Internetuser bleiben im Schnitt zwei bis vier Minuten auf einer Website und sind, wie wir alle, notorisch unter Zeitdruck. Stellen Sie also sicher, dass Sie die Nutzer mit einem überlangen Erklärvideo nicht langweilen, sondern fesseln, neugierig machen und leicht verständlich informieren.

2. Die Kernbotschaft in 30 Sekunden bringen

Für direkt Involvierte ist es immer schwierig, sich von Inhalten zu trennen. Für den Erfolg eines Erklärvideos ist dies allerdings entscheidend. Reduzieren Sie Ihre Message also auf das Wesentliche und bringen Sie dieses Wesentliche innerhalb der ersten 30 Sekunden klar und deutlich auf den Punkt. So weiß der Rezipient von Beginn an, worum es in dem Video geht und worauf er im Weiteren achten soll.

3. Das Publikum direkt ansprechen

Reden Sie mit Ihrem Publikum – halten Sie keine monotonen Vorträge. Verwenden Sie Personalpronomen wie „Du“ oder „Sie“ und zügeln Sie sich bei der Kommunikation von Fakten. Denn Fakten kann jeder leicht herausfinden. Fakten sollten hier immer nur zweitrangig sein. Erklären Sie dem Zuschauer stattdessen, warum er ein Produkt braucht oder warum er ausgerechnet mit Ihnen eine Geschäftsbeziehung eingehen soll. Reduzieren Sie sich also auf Informationen, die für das Zustandekommen einer Kooperation ausschlaggebend sind. Wecken Sie Interesse und Vertrauen.

4. Den richtigen Ton finden

Die Vertonung eines Erklärvideos ist eine sehr wichtige Sache. Hier kommt es vor allem darauf an, dass Sie einen Text und einen Sprecher finden, die perfekt zu der von Ihnen adressierten Zielgruppe passen. Dies gilt auch, und vielleicht sogar in besonderem Maße, für die Wahl der Hintergrundgeräusche und der Musik. Stellen Sie sich beim Schreiben der Texte vor, für wen Sie diese schreiben. Versuchen die Perspektive Ihrer Adressaten zu übernehmen. Worauf kommt es denen an? Was ist für die wichtig? Welche Stimme könnte zu welchem Charakter am besten passen? Soll sie eher seriös und informativ klingen oder lebendig und unterhaltsam?

5. Eine gute Geschichte erzählen

Figur geht ein Licht auf dank Erklärvideos

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Erklärvideos leben vom sogenannten „Storytelling“. Denn das Geschichtenerzählen macht auch die komplexesten Inhalte verständlich und lange abrufbar. Es unterstützt also das Verstehen und die Erinnerungsfunktion, und dies ist im Hinblick darauf, dass Sie schließlich Dinge verkaufen bzw. erfolgversprechende Kooperationen eingehen wollen, von herausragender Bedeutung. Abgesehen von solchen Fällen, in denen es tatsächlich um die Vermittlung von trockenem Faktenwissen geht, sollten Sie also sogenannten „leblosen Content“ tunlichst meiden. Nutzen Sie die Kraft der bewegten Bilder, seien Sie kreativ und unterhaltsam. Verleihen Sie den dargestellten Charakteren Leben, konfrontieren Sie sie mit realen Problemen und präsentieren Sie dann ebenso reale Lösungen. Dies steigert das Identifikationspotenzial eines Erklärvideos enorm. Verlassen Sie sich dabei auf ihr intuitives Wissen, das Sie als vollgültiges Gesellschaftsmitglied wie selbstverständlich haben. Was würde Sie persönlich besonders berühren? Wie könnten gemachte Erfahrungen in Geschichten für ein jeweiliges Erklärvideo nutzbar verarbeitet werden etc.?

6. Den Witz nicht vergessen

Humor ist oftmals essentiell, um das Eis zu brechen. Dabei haben Sie im Kontext der Erklärvideo Produktion vielfältige Möglichkeiten. Sie können den Witz in den Text oder aber in die On-Screen-Animation einfließen lassen. Auch der Sprecher kann eine durchaus witzige Stimme haben. Bedenken Sie jedoch, dass Humor und Witz immer auch mit einem gewissen Risiko verbunden sind: Sie können entweder zu flach oder zu grenzüberschreitend sein. Haben Sie demnach stets im Auge, wen genau Sie adressieren und welche Themen sie ironisieren.

7. Das Tempo im Blick behalten

angemessenes Tempo im Erklrävideo

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Die Kunst des Redens und Sprechens kann zuweilen einen regelrecht sportlichen Charakter annehmen. Beim Erklärvideo kommt es jedoch nicht darauf an, so schnell wie möglich zu sprechen, sondern Inhalte so verständlich und interessant wie nur irgend möglich zu gestalten. Idealerweise sollten nicht mehr als zwischen 125 und 150 Wörter pro Minute fallen. Inhalte und Informationen müssen schließlich verarbeitet werden und das braucht eben seine Zeit. Vor allem technische und andere sehr komplexe Sachverhalte erfordern ein moderates bis langsames Sprechtempo. Um etwaige Lücken zu füllen, können Sie dann besser auf die grafische Gestaltung zurückgreifen.

Doch Tempo betrifft letztlich nicht nur das Sprechen, sondern die gesamte Produktion eines Erklärvideos. Sie sollten für das Schreiben des Drehbuchs insgesamt genügend Zeit einplanen. Ein gutes, qualitativ absolut hochwertiges Drehbuch braucht Zeit. Planen Sie sorgfältig, holen Sie sich auch Feedback von Kollegen und Freunden ein. Am Ende sollte nicht das Budget, sondern der Zweck im Vordergrund stehen.