Eigentlich werden Erklärvideos in den meisten Fällen wie selbstverständlich in der jeweiligen Muttersprache vertont. Und es liegt ja auch auf der Hand, warum dies so ist: Natürlich möchte jedes Unternehmen vor allem potenzielle Kunden im eigenen Land ansprechen. Allerdings stellt sich in einer globalisierten Welt, die zudem durch die digitale Vernetzung fortwährend enger zusammenwächst, auch die Frage, ob Erklärvideos nicht möglicherweise auch mehrsprachig produziert werden sollten. Dies wäre nur logisch, da sich so der Kundenstamm eventuell stark erweitern bzw. ein breiteres Publikum angesprochen werden könnte. Ist Multilingualität folglich eine gute Option?

Der entscheidende Punkt ist hier folgender: Das Erklärvideo als Marketinginstrument bzw. als Kommunikationsmedium ist natürlich universal einsetzbar. Mit anderen Worten: Es funktioniert überall auf der Welt, wo es eine bestimmte Käuferschicht für ein bestimmtes Produkt gibt oder geben könnte. Wenn ein Unternehmen oder seine Leistungen also für einen bestimmten ausländischen Markt interessant sein könnten, so kann sich auch eine Übersetzung des Videos in die Muttersprache des Zielmarktes auszahlen. Und wer sich generell international aufstellt, kommt an einer multilingualen Erklärvideo-Produktion ohnehin nicht vorbei. Nun ist es aber nicht so einfach, ein Erklärvideo in mehreren Sprachen zu produzieren. Was gilt es dabei zu beachten? Wo liegen die Probleme?

Worauf sollte man achten, wenn man ein Erklärvideo in mehreren Sprachen produziert?

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Nun, wenn man nicht stets komplett verschiedene Videos drehen möchte, dann geht es hierbei in erster Linie um eine Übersetzung eines muttersprachlichen Erklärvideos in eine andere Sprache – zum Beispiel eines Videos in deutscher Sprache in ein englischsprachiges Video. Das Problem, das dabei im Vordergrund steht, ist, dass das muttersprachliche Video natürlich perfekt auf die Animation bzw. den bildlichen Videoinhalt abgestimmt wurde. Wie aber lässt sich dies nun auch in einer anderen Sprache bewerkstelligen, ohne den bildlichen Videoinhalt ändern zu müssen?

In jedem Fall sucht man zunächst einen geeigneten Sprecher. Es sollte immer ein Muttersprachler sein. Wenn man also ein Video aus dem Deutschen ins Englische übersetzen möchte, dann sollte der Sprecher ein in England geborener und aufgewachsener sein. So schwer dürfte dieser Schritt im Vergleich zum nächsten aber nicht sein. Dieser besteht nämlich darin, für den „neuen“ Sprecher einen Text zu verfassen, der optimal zum bildlichen Videoinhalt passt. Dabei muss insbesondere darauf geachtet werden, dass die Sätze in der neuen Sprache auch von der Länger her exakt mit denen der Muttersprache korrespondieren. Doch nicht nur die formale Satzkonstruktion muss stimmen; vielmehr geht es selbstverständlich auch um eine adäquate Semantik.

Doch manchmal kann es sein, dass eine bloße Anpassung auf der sprachlichen Ebene nicht mehr ausreicht, um den videoimmanenten Sinngehalt richtig abzudecken. Dies kann bei Humor vorkommen, aber auch bei kulturellen Besonderheiten. Hier kommt man letztlich nicht mehr umhin, Anpassungen am Bildmaterial vornehmen zu müssen. Es kann aber auch sinnvoll sein, einen Muttersprachler für die Verfassung des neuen Textes zu engagieren. Dieser könnte dann einen völlig neuen Text verfassen, der zwar keine Übersetzung des ursprünglichen Textes im engeren Sinne darstellt, dafür aber trotzdem zum bildlichen Ablauf des Erklärvideos passt, einen Sinn ergibt und das jeweils dargestellte Produkt oder eine Leistung optimal in Szene setzt.

Eines steht also fest: Ein Erklärvideo in mehreren Sprachen zu produzieren, kann sehr sinnvoll und gewinnbringend sein. Allerdings hängt dabei alles vom Gelingen bzw. der Qualität der Umsetzung ab.